Gitarre E-Gitarre E-Bass und Jazzbass Streichinstrumente
Die Gitarre![]() |
![]() |
Lehrer/innen: Bettina Henke, Sladjan Lazovic, Steffen Molderings, Reinhard Storm
Unterricht: Einzel- oder Gruppenunterricht bis 5
Personen
Leihinstrumente: vorhanden
Alter: 5-100 Jahre
Die Gitarre gehört bei uns zu den beliebtesten und bekanntesten Instrumenten. Jedoch ist ihre Herkunft bis heute noch nicht übereinstimmend geklärt, und es existieren Rätsel über ihre Entwicklungsgeschichte. Einerseits wird vermutet, dass die Gitarre aus den verschiedenen mittelorientalischen Langhalslauten, die bereits vor 5000 Jahren gespielt wurden, entstand, deren kleine bauchige Klangkörper aber im deutlichen Kontrast zu dem großen flachen Korpus der Gitarre stehen. Andererseits gibt es Anhaltspunkte für eine Entwicklung von der griechischen Kithara, einem Leierinstrument.
Bis ins 16. Jahrhundert hinein finden wir Saiteninstrumente, die sich in Bezeichnung und Aussehen von der späteren Gitarre noch sehr unterscheiden. Dann entsteht in Spanien die Vihuela - die direkte Vorläuferin der heutigen Gitarre. Der Komponist und Theoretiker Juan Bermudo beschreibt 1555 in einer Abhandlung erstmals dieses Instrument: achtförmig, geschweifter Korpus, Decke und flacher Boden durch Zargen verbunden, Schallrosette und ein mit Bünden
versehener breiter Hals. Jede Saite war verdoppelt - im Gebrauch waren 4 bis 7chörige (=8-14 Saiten) Instrumente. Die Tonhöhen richteten sich nach der Zerreißgrenze der Saiten, die sowohl aus (Katzen-) Darm als auch aus Seide hergestellt wurden.
An den spanischen Adelshöfen gehörte es zum guten Ton der feinen Gesellschaft, Vihuela zu spielen, es wurden aber auch Berufsmusiker eingestellt.
Spieltechnisch waren bereits drei Varianten im Gebrauch: die Vihuela de pendola wurde mit einem Federkiel (eine Art Plektrum) angerissen, die Vihuela de arco mit dem Bogen gestrichen und die Vihuela de mano mit den Fingern angespielt.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Gitarre mehr als Akkordinstrument gebraucht. Dann rückte das Solospiel in den Vordergrund, was eine Veränderung zur bis heute erhaltenen 6-saitigen Bespannung zur Folge hatte. Jede weitere Entwicklung im Gitarrenbau war immer abhängig von der jeweiligen musikästhetischen Tendenz einer Epoche.
Bettina Henke
![]() |
![]() |
Lehrer: Pierre Disko, Steffen Molderings
Unterricht: Einzel- oder Gruppenunterricht bis 3
Personen
Leihinstrumente: nicht vorhanden
Alter: 9-100 Jahre
Würde man sich die Mühe machen, Menschen, die mit beidem vorher noch nicht näher in Kontakt getreten sind, frei über diese Begriffe assoziieren zu lassen, bekäme die E-Gitarre bestimmt Attribute wie wild, laut, schrill und unkonventionell unterstellt. Auf der anderen Seite würden bei der Musikschule viele noch an einer Schar braver klavier- oder flötespielender Mädchen und Knaben jüngeren Alters denken. So gesehen treffen hier zwei Welten aufeinander.
Die Realität sieht natürlich anders aus. Wie erklärt sich sonst der Zuwachs der Schülerzahl in diesem Fach? Zählte die Musikschule 1990 im ganzen sechs Schüler der E-Gitarre, so sind es heute 25. Genauso falsch wie die Tatsache, dass sich die Kundschaft der Musikschule nur aus braven Mädchen und Jungen zusammensetzt, ist das Vorurteil, dass die E-Gitarre laut und schrill oder sogar unkonventionell und damit traditionslos wäre.
Die E-Gitarre tauchte zum erstenmal in den 30er Jahren in den USA auf. Der erste große E-Gitarrist war Charlie Christian, der sich 1939 in einem vielbeachteten Artikel in der damaligen Fachpresse für die elektrische Verstärkung der Gitarre aussprach, weil sie bis dahin aufgrund ihrer Lautstärke in der Regel nur Begleitfunktion hatte, jetzt aber auch als Soloinstrument einsetzbar war. Christian war Jazzer, genauer gesagt ein stilistischer Vertreter des Bebop der ersten Stunde. Seit dieser Zeit war die E-Gitarre als vollwertiges Instrument bei der Entwicklung der Musik des gesamten Popularbereiches beteiligt. Genauso wie die Musik veränderten sich auch die Spielweisen und die Bauart der Instrumente selbst. Hatte man am Anfang noch hauptsächlich elektrifizierte akustische Instrumente, die natürlich auch heute noch für gewisse Einsatzbereiche sehr geschätzt werden, trat immer mehr der Faktor der Verstärkung in den Vordergrund, was die E-Gitarre, wie man sie heute kennt, massiv werden ließ. Ende der sechziger Jahre führte dieser Trend der immer exzessiveren Verstärkung zu dem Sound der E-Gitarre, den wohl die meisten Menschen im Ohr haben, wenn sie an dieses Instrument denken. Die Rock- und Bluesgitarristen drehten ihre Verstärker so weit auf, bis diese vollkommen übersteuerten. Damals war das mit wahnsinnigen, Flugzeugturbinen ähnlichen Lautstärken verbunden. Heutzutage ist dieser Effekt, auf dessen Basis sich der moderne Metal-Sound entwickeln konnte, in Zimmerlautstärke erhältlich.
Wie sich aus diesem kleinen historischen Abriss leicht ersehen lässt, durchlief die E-Gitarre viele stilistische Perioden, die auch immer auf deren Spielweise enormen Einfluss ausübten. Die Bandbreite der E-Gitarre reicht heute von traditionellem Jazz bis kompliziertem Fusion oder vom dreckigen Blues bis zu aktuellen Formen des Metal härterer Gangart. Ein Instrument also mit lebendigem Charakter und sehr aktuellen Bezügen vor gleichzeitig traditionellem Hintergrund. Wieso sollte sich die Musikschule solch einem Kulturzweig verschließen?
Burkhard Lehle

Lehrer: Steffen Molderings
Unterricht: Einzel- oder Gruppenunterricht bis 2
Personen
Leihinstrumente: zum Teil vorhanden
Alter: 10-100 Jahre
Nicht ganz so populär wie die E-Gitarre ist der E-Bass, obwohl ohne dieses Instrument keine Band auskommt. Egal in welchem Stil nun gerade gespielt wird, ohne Bass kommt keiner aus. Während im Jazz häufig noch der Kontrabass eingesetzt wird, findet man in der Rock-, Pop- und Schlagermusik fast immer einen E-Bass. Die Musikschule Neukirchen-Vluyn bietet Unterricht auf beiden Instrumenten und in allen verschiedenen Stilen an. Übrigens Bassisten sind sehr gefragte Mitspieler und ein guter Bassist wird immer gesucht. Es heißt nicht umsonst: "Bassisten sind wie öffentliche Toiletten! Entweder besetzt oder besch !"
![]() |
![]() |
Lehrer/innen: Genoveva Gyuricza-Gölle, Violine / Steffen Molderings, Kontrabass
Unterricht: Einzel- oder Gruppenunterricht bis 2
Personen
Leihinstrumente: vorhanden
Alter: 4-100 Jahre
Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass haben bereits
eine lange Geschichte hinter sich. Sie beginnt bei den Nomadenstämmen Asiens, den ersten
Menschen, die das Pferd zähmten und Saiteninstrumente benutzten, die mit einem
Pferdehaarbogen gestrichen wurden. Heute bilden die Streichinstrumente die größte Gruppe
des Orchesters. Die Melodiestimme spielen meist die kleinsten und beweglichsten Vertreter
dieser Gruppe, die Geigen.
Die Bratsche ist etwas größer als eine Geige und klingt fünf Töne tiefer. Bratschisten
müssen vor allem viel Humor besitzen, da sie die "Ostfriesen" des Orchesters
sind; über sie werden die meisten Witze gemacht. So z.B.: Was macht ein Bratscher, der
auf der Bühne steht und popelt? - Er holt das letzte aus sich heraus! Oder: Warum kann
ein Bratscher mit Messer im Rücken nicht spielen? - Weil er sich nicht anlehnen kann! -
Die besten Bratscherwitze erzählen meist die Bratscher selbst.
Den größten Tonumfang der Streichinstrumente hat das Cello. Es ist acht Töne tiefer
gestimmt als die Bratsche, wird zwischen den Knien gehalten und ist leicht an seinem
Stachel zu erkennen, den Cellisten vor dem Spiel in die richtige Stellung bringen müssen.
Der Kontrabass ist in der klassischen Musik wie im Jazz zu Hause. Diesen
"Riesen" der Streicherfamilie zu spielen, kann einen schon mal ins Schwitzen
bringen. Seine Saiten sind etwa zehnmal so dick wie die Geigensaite, und man hat einmal
berechnet, dass ein Bassist in einem Mahler-Sinfoniekonzert die gleiche Arbeit leistet
wie ein Bergmann in einer 8-Stunden Schicht.
Martina Joel
