Blockflöte     Klarinette     Querflöte     Saxophon    Trompete

Die Blockflöte

Lehrerinnen:Gabriele Hegemann, Annegret Pfaff

Unterricht: Einzel- oder Gruppenunterricht bis 5 Personen
Leihinstrumente: zum Teil vorhanden
Alter: 5-100 Jahre


Eine besondere Belehrung

Meine Freundin Beatrice, Musiklehrerin an einer Grundschule erzählt mir diese Begebenheit. Sie hat Handwerker im Haus, es wird Parkettboden gelegt. Während der Arbeit lernt man sich näher kennen, kommt ins Gespräch miteinander. Einer der Handwerker lässt seine Blicke durch das Wohnzimmer schweifen und entdeckt neben einigen Bildern auch vier Blockflöten, ebenfalls dort angebracht. Es entwickelt sich dieses recht amüsante Gespräch, welches ich so naturgetreu wie möglich wiedergeben möchte.

H.: "Spielen wir auch Flöte?"

B.: "Ja, spielen wir, früher häufiger, heute fehlt leider oft die Zeit dazu.... Sie kennen diese Flöten?"

H.: "Ja, die Kleine da rechts, das ist eine Blockflöte. Die kenne ich." B.: "Und die anderen, die da leider so wenig gespielt an der Wand trauern, kennen sie die auch?"

H.: "Ich denke das sind normale Flöten. Die Lange da, das ist ja ein richtiges Ofenrohr! Wie kann die denn spielen?" 

B.: "Also jetzt mal von vorne, ich glaube, ich muss ihnen mal etwas erklären. 

H.: "Die anderen Flöten, die sie da sehen gehören alle zur Familie der Blockflöten. Die..." 

B.: "Wie, Familie der Blockflöten, sind das etwa alles Blockflöten? Mensch wieviel gibt's denn davon?" 

H.: "Sehen sie, die kleine Flöte rechts, die sie als Blockflöte bezeichnet haben, ist eine Sopraninoblockflöte. Das ist sozusagen das Baby der Familie. Die Flöte, die sie zu kennen glaubten ist sicherlich diese hier!" Beatrice holte aus der Schublade ihre alte Sopranblockflöte. 

B.: "Du liebe Güte, 'ne kleine Nummer größer, da kenne sich einer aus. Wahrscheinlich haben sie recht! Können Sie das 'Baby' nicht mal anspielen? Kann mir nicht vorstellen, da was rauskommt!" Beatrice ließ sich nicht lange bitten und spielte dem erstaunten Schreinermeister den Anfang eines Blockflötenkonzertes von Vivaldi vor.

H.: "Das gibt's doch nicht. Auf so 'ner kleinen Flöte? hätte ich nie gedacht."

B.: "Ja, das denken viele! Die Blockflöte ist für die meisten eben ein Kinderinstrument, leicht zu spielen, man doch nur die richtigen Löcher zuhalten und dabei blasen…"

H.: "Ich hab' mal als Kind ein darauf gespielt, in der Schule. Ist schon lange her. Können Sie die lange Flöte auch mal spielen?" 

B.: "Sie haben sie so treffend als Ofenrohr bezeichnet. Darf ich vorstellen: die Bassflöte." Beatrice führte im und dem mittlerweile dazugekommenen anderen Handwerker nun auch die Bassflöte vor. Beide mussten zugeben, dass sie von dem Klang angenehm überrascht waren. Derart neugierig gemacht, musste Beatrice nun auch noch die Tenorflöte und zuletzt die Altflöte erklingen lassen. -

Zum krönenden Abschluss dieser Vorstellung reichte Beatrice ihrem interessierten Gesprächspartner eine Altblockflöte aus Plastik mit den Worten: "So, nachmachen bitte!"

Gabriele Hegemann (nach einer wahren Begebenheit)

 

Die Klarinette

Lehrer: Bernd Bolsinger

Unterricht: Einzel- oder Gruppenunterricht bis 2 Personen
Leihinstrumente: nicht vorhanden
Alter: 8-100 Jahre


Klarinetten gehören – wie übrigens auch die Saxophone – zu den Holzblasinstrumenten mit einfachem Rohrblatt. Auch bei den Klarinetten gibt es verschiedene Formen und Stimmungen, wobei die B-Klarinette die am häufigsten verwendete Form ist. Die Klarinette findet sowohl im klassischen Orchester als auch im Jazz Verwendung, wo sie allerdings seit Charlie Parker mehr und mehr dem Saxophon weichen musste.

 

Die Querflöte

Lehrerinnen: Gudula Elsenbruch, Brigitte Radoy

Unterricht: Einzel- oder Gruppenunterricht bis 2 Personen
Leihinstrumente: vorhanden
Alter: 6-100 Jahre


  • Alter? ca. 25000 Jahre alt, aus Knochen oder Schilfrohr gebaut; in unserer heutigen Form (aus Metall mit Klappensystem nach Th. Böhm) ca. 150 Jahre alt
  • Größe? von 30 cm (Piccolo) bis 240 cm (Kontrabassflöte)

  • Für wen? sowohl für Einzelgänger (reichhaltiges Angebot an Sololiteratur) als auch besonders für kontaktfreudige Menschen geeignet (große Fülle an Kammermusikwerken jeden Schwierigkeitsgrades und Orchesterliteratur)

  • Ab wann? frühestens ab dem 7. Lebensjahr

  • Voraussetzung? normale Zahnstellung, normaler Kieferbau; der (junge) Schüler muß groß genug sein, die Flöte unverkrampft halten zu können; musikalische Vorkenntnisse durch Früherziehung, Grundausbildung, Chorsingen etc. sind empfehlenswert

Gudula Eisenbruch

 

Das Saxophon

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Lehrer: Sandra Richard

Unterricht: Einzel- oder Gruppenunterricht bis 2 Personen
Leihinstrumente: vorhanden
Alter: 8-100 Jahre


Ein populäres Instrument im Musikschulunterricht

Lange Zeit wurde Interessierten weisgemacht, wer Saxophon spielen wolle, müsse erst einmal Klarinette lernen. Sicherlich sind beide Instrumente artverwandt aufgrund der Tatsache, dass sie zur Gruppe der Holzblasinstrumente zählen. Die Tonerzeugung ist im Grunde gleich, die Spiel- und Griffweise unterscheiden sich jedoch erheblich voneinander. So kann man immer wieder feststellen, dass Schüler, die nach einiger Zeit vom Klarinettenunterrricht zum Saxophon wechseln möchten, mit einigen vorher nicht gekannten Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Ergo sollte derjenige, der das Saxophonspielen erlernen möchte, auch direkt auf diesem Instrument beginnen.

An der Musikschule werden Alt- oder Tenorsaxophon leihweise zur Verfügung gestellt. Erfahrungsgemäß können Kinder ab 10 Jahren - je nach Größe der Hände auch schon früher - auf dem etwas kleineren Altsaxophon beginnen. Jugendliche und Erwachsene können nach ihrer Klangvorstellung

auswählen. Im Gegensatz zum Altsaxophon, welches hell und durchdringend wirkt, klingt das Tenorsaxophon dunkel und voluminös.

Saxophone sind keine klassischen Orchesterinstrumente; sie sind in populärer Musik tonangebend. Der Unterricht entwickelt sich nach der Vermittlung von Grundlagen, wie Notenlesen, Klanggestaltung, Rhythmik und Musiktheorie bei den meisten Schülern in Richtung Jazz. Unterrichtsschwerpunkt bei diesen Schülern ist das Improvisieren in einem spezifischen Stil. Mit den erworbenen Kenntnissen bieten sich zahlreiche Gelegenheiten zur Anwendung, beispielsweise in der Musikschul-Big Band. Liebhaber der klassischen Musik werden sich schwerpunktmäßig mit Repertoirestudien aus den verschiedenen Musikepochen beschäftigen. Auch hierfür bietet die Musikschule Saxophon-Quartette und Kammermusikensembles.

Olaf Molderings

Die Trompete

Lehrer: Winfried de Klein

Unterricht: Einzel- oder Gruppenunterricht bis 2 Personen
Leihinstrumente: vorhanden
Alter: 8-100 Jahre

Eine kleine Geschichte

Trompete ist mein Name, genauer gesagt: B-Trompete, aber dazu komme ich nachher noch. Ich bin sicher, dass die meisten mich schon kennen und wissen, dass ich zur Gruppe der Blechblasinstrumente gehöre, trotzdem möchte ich etwas von mir und meiner Familie erzählen.

Unsere Vorfahren, die natürlich ganz anders aussahen als die heutigen Trompeten, gab es schon vor vielen tausend Jahren. Man stellte sie aus Holz, Rohr oder aus Tierhörnern her. Die ersten Trompeteninstrumente aus Metall wurden ab etwa 1500 v. Chr. hergestellt. Sie waren entweder aus Bronze oder Silber und hatten bei den verschiedenen Völkern auch unterschiedliche Namen. So hatten die Griechen eine Salpinx, bei den Germanen gab es die Lure, die Römer bliesen auf einer Tuba. Von allen Instrumenten wird berichtet, sie schreckenserregend waren, wie Eselsgeschrei klangen und nur militärischen und religiösen Zwecken dienten. Erst im 17. Jahrhundert benutzte man die Trompete auch für die Musik im heutigen Sinne. An den Fürstenhöfen gab es die sogenannten Hoftrompeter, an die jetzt völlig neue Anforderungen gestellt wurden. Hatte es zu militärischen Zwecken gereicht, nur laut zu spielen, so mussten die Trompeter nun lernen, auch leise zu blasen und unsaubere Töne zum Stimmen zu bringen. Das erforderte eine völlig neue Blastechnik, von der sich die heutige kaum unterscheiden dürfte.

Da es noch keine Ventiltrompeten gab, mussten die Trompeter eine Technik entwickeln, die es ihnen ermöglichte, sehr hohe Töne zu blasen, denn im hohen Register liegen die Naturtöne so eng beieinander, dass auch ohne Ventile ein Spielen von Melodien möglich ist. Diese Kunst verlieh den Trompetern dieser Zeit ein sehr hohes Ansehen.

Etwa ab 1815 setzte sich nach gescheiterten Versuchen mit Grifflöchern oder Klappen immer mehr die Ventiltrompete durch. Auf ihr konnten nun auch in der tiefen Lage die Töne zwischen den Naturtönen gespielt werden. Das funktioniert auch heute noch folgendermaßen: Mit Hilfe der Ventile kann der Luftweg so verlängert werden, dass man mit entsprechenden Griffkombinationen von jedem Naturton aus bis zu sechs Halbtonschritte abwärts spielen kann. Dabei wird ein Ton durch das erste Ventil um zwei, durch das zweite um einen und durch das dritte um drei Halbtonschritte erniedrigt (2+1+3=6). Um höhere Töne zu erreichen, bedient sich der heutige Trompeter der gleichen Blastechnik wie der frühere Barocktrompeter, d.h. er muss mit Hilfe richtiger Atemtechnik, Lippenspannung und Zungenposition das Blasen im höheren Register trainieren.

Doch nun zu mir: Wie schon gesagt, mein Name ist B-Trompete. Ich bin in B gestimmt, d.h., wenn man den ersten Naturton auf mir spielt, erklingt der Ton B. Ich habe noch Geschwister, nämlich die C-, D-, Es- und F-Trompeten. Ihre Namen kennzeichnen immer die Stimmung. Dann sind da noch unsere kleinen Schwestern, die sogenannten Piccolotrompeten. Sie gibt es als Hoch-G-, Hoch-A-, Hoch-B- und Hoch-C-Trompeten.

Ohne zu übertreiben, kann ich wohl sagen, dass ich die gebräuchlichste von allen Trompeten bin. Ich finde Verwendung in verschiedensten Bereichen, wie z.B. im Jazz, in der Klassik, in der Unterhaltungsmusik, als Solo- und Orchesterinstrument und nicht zu vergessen, als Instrument für den Trompetenunterricht. Meine Geschwister verwendet man fast ausschließlich im klassischen Bereich als Solo- und Orchester-Instrumente. Die D- und F-Trompete werden heute seltener gespielt. An ihre Stelle tritt meistens unsere kleine Schwester, die Hoch-A-Trompete. Man braucht sie als Soloinstrument für die meisten barocken Trompetenkonzerte, aber auch als Orchesterinstrument findet sie Verwendung, so z.B. im Weihnachtsoratorium und in der H-moll Messe von J.S. Bach oder im Messias und dem Dettinger Te Deum von G.F. Händel, um nur einige Werke zu nennen.

Ich könnte sicherlich noch einiges über mich erzählen, aber dazu reicht die Zeit nicht mehr, denn ich muss noch zum Konzert. Wenn Du noch mehr über mich erfahren oder auf mir spielen möchtest, komm doch einfach mal zur Musikschule, denn Trompete zu spielen macht sehr viel Spaß.

Winfried de Klein